Windows on Android

Ein Traum. Windows 10 auf jedem Gerät, welches man im Handel mit Android kaufen kann. Wie wäre es mit einem Galaxy S5 oder einem Xperia Z3, LG G3 oder dem Moto X? Für Microsoft wäre das sicher denkbar, wenn man den aktuellen „Test“ mit dem Xiaomi Mi4 sieht.

Ich möchte mich in diesem Artikel einmal damit beschäftigen, wie Microsoft es schaffen könnte, Nutzer von Android Smartphones dazu zu bewegen, Windows 10 zu installieren und was das ganze für Auswirkungen auf dem Markt haben könnte. Auch Probleme wie den Support möchte ich hier ansprechen.

Wie bekommt Microsoft die User dazu, Windows auf ihren Geräten zu installieren?

Microsoft sollte es anstellen wie Cyanogenmod. Eine App auf ihrer Seite ermöglicht es Nutzern von unterstützten Smartphones Cyanogenmod über jene direkt zu installieren. Ohne großes herumdoktern und ohne viel nachdenken. Webseite öffnen, bebilderte Anleitung befolgen und los geht es. Wenn es zu kompliziert wird, erreicht man nur die Geeks und dann ist das Projekt gleich zum scheitern verurteilt.

Wie bekommt Microsoft das ganze in die Köpfe der Leute?

Natürlich müssen die Nutzer erst einmal von dieser Webseite erfahren. Da bieten sich doch die Office Apps auf Android von Microsoft gerade zu an. Intelligent wäre auch die Werbung auf viel besuchten Tech-Webseiten wie Heise oder Golem, besser noch auf Androidpit oder Androidcentral. Microsoft muss im gleichen Atemzug die Vorteile von Windows 10 aufzeigen. Was kann Windows besser als Android, warum sollte man umsteigen?!

Welche Geräte?

Noch wichtiger ist die Frage, mit welchen Geräten Windows kompatibel sein wird. Es gibt eine Liste an Vorgaben, die Microsoft an die Hersteller von Smartphones hat. Diese geht vom Arbeitsspeicher, über den SoC, bis hin zur Auflösung. Welche Geräte mit Windows 10 kompatibel sind und sein werden liegt also zum größten Teil an Microsoft. Hinzu kommen die Hersteller der Komponenten, wie z.B. Qualcomm, welche durch ihre Treiber die Kompatibilität der Smartphones gewährleisten.

Um viele Nutzer von Smartphones zu erreichen, sollte Microsoft also zumindest die am weitesten verbreiteten Prozessoren unterstützen. Dazu zählt der Snapdragon der Serien 600 und 800. Teilweise steuert Microsoft Treiber für bestimmte Teile des Systems selbst bei.

Und der Markt?

Ich bin zwar kein BWLer, aber mein Gedankengang dürfte nicht ganz abwegig sein.

Wenn Microsoft sich dazu entschließt, die Smartphones anderer Hersteller mit Windows zu versorgen, dürfte dies für einen nicht gerade kleinen Anstieg der Marktanteile sorgen. Die Nutzer müssten sich keine neuen Smartphones kaufen und könnten somit bei dem Hersteller ihrer Wahl bleiben. Sollten die Nutzer zufrieden mit der Leistung und den Apps im Microsoft Universum sein, wären sie sicher eher dazu bereit, Geld in eines der auf dem Markt befindlichen Smartphones mit Windows zu investieren. Und je mehr Menschen ein Windows Phone besitzen, umso mehr Entwickler werden sich zu dieser Plattform gezogen fühlen, Apps entwickeln über die sich die Nutzer freuen und wieder mehr Nutzer anlocken.

Testen!

Selbst wenn das alles nicht so glatt verläuft, wie ich das beschrieben habe, werden dennoch einige technisch versierte Nutzer auf den Geschmack kommen und zumindest aus Testzwecken Windows auf ihren Smartphones installieren. Früher habe ich auch „nur mal zum testen“ Cyanogenmod auf meinem Smartphone installiert und bin dann im Endeffekt dabei geblieben. Nebenbei habe ich dann meinen Kollegen von dem tollen System erzählt und was man damit alles machen kann. Die beste Werbung, die sich Microsoft wünschen kann.

Und wie sieht es mit dem Support aus?

Microsoft sollte sich dann noch ein paar Gedanken über den Support für Windows auf den Geräten machen, auch wenn sie nicht der Hersteller der Hardware sind. Diese sind nach der Installation von Windows auf einem dafür nicht vorgesehenen Gerät ziemlich aus dem schneider, solange es um die Software und durch diese entstandene Schäden geht.

Wie sollte Microsoft reagieren, wenn ein oder mehrere Nutzer über ein beschädigtes Gerät klagen, welches durch den Installationsprozess und / oder durch Windows Schaden genommen hat? Es gibt schließlich Geräte, deren Bootloader erst durch den Hersteller entsperrt werden muss. Als Beispiele hierfür gelten HTC und Sony.

Zuerst sollte jeder Nutzer ernst genommen und das Gerät repariert, wenn möglich dem Kunden anschließend mit Windows ausgeliefert werden. Wenn Microsoft wirklich vor hat, eine für den Nutzer installierbare Version von Windows 10 für Smartphones zu kreieren, dann wird die Firma aus Redmond anfangs ordentlich ins Leder beissen müssen.


Aber was denkt ihr?! Ist das die letzte Möglichkeit für Microsoft aus dem niedrigen, nur einstelligen Bereich heraus zu kommen, oder braucht Microsoft das alles nicht und schafft es auf dem üblichen Weg mehr Nutzer von ihrer Plattform zu überzeugen?

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