Meine Wasserkühlung und mein Fehler

Neben der konventionellen Methode PC Komponenten mit Luft zu kühlen, gibt es noch die Möglichkeit die Wärmeabführ über Wasser laufen zu lassen.

Wasserkühlungen haben, wie alles andere auch, ihre Vor- und Nachteile. Allem Vorran sagt man einer Wasserkühlung nach, sie kühlt Komponenten besser als Luft. Das ist auch richtig. Wasser kann mehr Wärmeenergie aufnehmen und diese besser / schneller abtransportieren als Luft. Richtig aufgebaut sieht eine Wasserkühlung unglaublich gut aus.

Quelle: Pinterest

Um die Nachteile einer Wasserkühlung zu erkennen und zu verstehen, muss man wissen, wie so eine Wasserkühlung aufgebaut ist.

Auf dem Bild sieht man links neben den drei blau leuchtenen Lüftern das Reservoir, dass eine Gewisse Menge Kühlflüssigkeit vorhält, damit die Pumpe, die häufig unter dem Reservoir sitzt, die Flüssigkeit unterbrechungsfrei durch das System drücken kann. Je nachdem welche Komponenten gekühlt werden sollen, sitzen auf diesen keine Luftkühler mit Lüftern, sondern Blöcke aus Kupfer oder Aluminium.

Quelle: Conrad.de

In diesen Blöcken verlaufen flache Tunnel und über dem zu kühlenden Teil befinden sich viele kleine Aluminium- oder Kupferfinnen, durch die die Kühlflüssigkeit gedrückt wird.

Ist die Flüssigkeit einmal durch den Kühlblock geflossen, nahm sie eine gewisse Menge an Wärmeenergie auf. Würde man die Flüssigkeit einfach wieder zur Pumpe zurückführen, würde sich diese immer weiter erhitzen. Ab einem gewissen Grad kann das der Pumpe schaden und die Flüssigkeit kippen und klumpen lassen. Dadurch würden die kleinen Finnen in den Kühlblöcken verstopfen und das System zum Halt zwingen.

Um dem entgegenzuwirken benutzt man zur Wärmeabfuhr Radiatoren, entweder aus Kupfer oder Aluminium. Sie besitzen ebenfalls einen Ein- und Ausgang. An den Radiatoren werden Lüfter montiert, die dann einen konstanten Luftstrom erzeugen. 

Passierte die Flüssigkeit den Radiator, wird sie entweder der Pumpe, einem weiteren Kühlblock oder Radiator zugeführt. Damit schließt sich dieser Kreislauf.


Ursprünglich wurden für Radiatoren, sowie den Kühlblöcken ausschließlich Kupfer verwendet. Nach und nach entwickelten die Hersteller für diese Komponenten aber Blöcke und Radiatoren aus Aluminium. Einerseits weil diese günstiger in der Herstellung und später für den Kunden sind, andererseits weil ihre Kühlleistung sich nicht dramatisch von den Kupfervarianten unterscheidet.

In aktuellen All-In-One Wasserkühlungen werden häufig aus Gründen der Kostenersparnis Radiatoren aus Aluminium verwendet, wobei der Kühlblock für die CPU aus Kupfer besteht. Der Nachteil dieser Bauart ist die verminderte Kühlleistung des Radiators und die über Zeit auftretende Korrosion im Kühlkreislauf. Grob erklärt löst sich das Aluminium in der Kühlflüssigkeit auf und setzt sich auf dem Kupfer ab. Um dem Prozess entgegenzuwirken geben die Hersteller dem Kühlmittel Mittel hinzu, die diesen Prozess verlangsamen sollen. Ganz verhindern lässt sich dies jedoch nicht.

In vollständig selbst zusammengestellten Wasserkühlungen, wie diese die man im Bild oben sieht, verwendet man deswegen Blöcke und Radiatoren aus dem gleichen Metall. Dabei ist es einem selbst überlassen, ob es Aluminium oder Kupfer ist.

Vor zwei Monaten baute ich mir selbst eine solche Wasserkühlung für meinen PC auf und setzte auf einen vernickelten Kühlblock für die CPU und Motherboard sowie einen unvernickelten Kühlblock für meine Grafikkarte. Leider vergas ich vorher die einzelnen Bauteile mit klarem Wasser durchzuspülen. Das ist wichtig, weil in der Produktion vom Radiator und Kühlblöcken Reste von Lötstellen zurückbleiben können. Genau diese Reste lösten sich dann im Verlauf des Betriebs der Wasserkühlungen auf und setzten sich an verschiedenen Stellen im Kreislauf ab.

Spült man seine Komponenten vorher nicht ordentlich durch, muss man innerhalb kurzer Zeit seine frisch aufgebaute Wasserkühlung auseinandernehmen und in fummeliger Kleinarbeit säubern und anschließend wieder zusammensetzen. Dabei benutzte ich ebenfalls ein korrosionshemmendes Mittel, um solchen Ablagerungen entgegenzuwirken.

Was lerne ich daraus? Lieber vorher etwas Arbeit reinstecken, als im Nachhinein viele Stunden für die Korrektur meines Fehlers zu verschwenden.

 

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