Sobald man sich mit seiner Hardware ein wenig mehr beschäftigt (nicht was du jetzt denkst :O) kommt es früher oder später vor, dass man die Möglichkeit von Updates / Upgrades entdeckt. An sich sind diese ja sehr zum Vorteil vom Besitzer. Es gibt kostenlose Verbesserungen und Bugfixes, eine coole Sache also. Nun, nicht immer. Wie in meinem Fall und dafür hole ich etwas aus.

Ich bin ein Enthusiast. Auf Deutsch heisst das, ich interessiere mich für etwas leidenschaftlich. Das kann alles mögliche sein und in meinem Fall ist das mein PC. Ich kenne jede Schraube, wie fest sie gedreht wurde und welche Farbe sie hat. Jedes Teil in diesem PC wurde von mir ausgesucht, eingebaut und auf Leistung optimiert. „Da steckt liebe drin“, würde manch einer sagen. Die meisten Optimierungen nimmt man im BIOS vor. RAM Takt, Latenzen, CPU Takt und Spannungen aller Komponenten werden angepasst und optimiert. 

Der Hersteller eines Motherboards entscheidet, unter anderem mit Hilfe des BIOS, wie viele Features der Endnutzer zu sehen bekommt und auch nutzen kann. In meinem Fall hat der Hersteller ASRock mit immer neuen BIOS Versionen z.B. an der Kompatiblität von Arbeitsspeicher und CPUs gearbeitet und die Stabilität verbessert. Mein System besteht aus:

  • Motherboard: ASRock X470 Taichi Ultimate

  • Arbeitsspeicher: 4x8GB Trident Z 3600CL15

  • CPU: Ryzen 2700x

  • Grafikkarte: Radeon VII

  • Speicher: 

    • Samsung 960 Evo NVME Gen3

    • Samsung 860 Evo SSD SATA

    • Samsung SM951 AHCI über PCIe Gen3 (OEM Modul)

    • Crucial MX300 SATA

Das ist eine Menge an Komponenten, die auf einem Motherboard stecken und jedes dieser Komponenten muss dieses BIOS erkennen. Ist eines der Geräte nicht Konform zu den Standards, zu denen es konform sein sollte, kann es sein das der PC nicht startet, Funktionen nicht funktionieren, oder das Gerät nicht erkannt wird.

Das Motherboard wurde mit der BIOS Version 1.1 ausgeliefert. Zu diesem Zeitpunkt war das BIOS „a mess“. Unglaublich viele Fehler und Probleme erschwerten einem das „Leben“ und BIOS Upgrades waren gern gesehen. Mit jeder neuen BIOS Version besser wurde die Situation besser. Mit der Version 2.0 waren beinahe alle Bugs gefixt und das einzig nervige war die Zeit, die das Board zum Booten und Shutdown benötigte.

Mit der Version 3.90 und AGESA 1.0.0.4 Patch B wurde dann der Code Branch von Ryzen 2x und 3x, der zuvor getrennt war, wieder zusammengeführt. Das sollte eigentlich für ein einheitliches BIOS Gefilde sorgen und Komplexität aus dem ganzen nehmen. Etwas positives für Kunden.

ASRrock warnt auf der Homepage jedoch eindringlich davor, ein System mit Ryzen 2x Prozessor ein Upgrade auf >2.0 zu spendieren. Das hielt mich aber nicht sonderlich davon ab, eben jenes Upgrade durchzuführen, da mit der neusten AGESA Version (1.0.0.4 Patch B), auch wieder Ryzen 2x unterstützt werden sollte. So weit wie ich das Beurteilen kann beinhalten alle BIOS Versionen ab 3.40 einen Bug, der es dem BIOS nicht ermöglicht M.2 Module ohne NVME Protokoll vollständig zu erkennen. Sie werden als Speicher erkannt und sind in Windows verfügbar, aber solange das Modul eingesteckt ist hängt sich das BIOS auf, sobald man es aufrufen möchte.

Das neue Board

Dieser Bug und die Tatsache das ich die einfachsten Steps fürs Troubleshooting von Hardwareproblemen an PCs nicht eingehalten habe, sorgten dann dafür, dass ich mit Gewalt versuchte von BIOS Version 3.90 auf 2.0 zu downgraden. Das funktioniert in der Theorie auch recht einfach, wenn man den Speicherchip auf dem das BIOS sitzt komplett neu beschreibt. Das funktioniert theoretisch auch über Software.

In meinem Fall aber eher nur Semi-gut, da ich zwar mit roher Softwaregewalt und abschalten sämtlicher Schutzmechanismen, von denen es nicht wenige gibt, zwar den Speicher neu beschreiben konnte, aber mit Version >2.00 wohl ein neues Datenlayout benutzt wurde. Das Resultat meiner Vorschlaghammer Methode war, dass das 2.00 BIOS zwar wieder auf dem Chip war, aber nicht mehr gelesen werden konnte und kein einziges Teil mehr erkannt wurde.

Was lerne ich daraus? Vorab noch viel mehr Recherchearbeit in das Thema Updates und Upgrades stecken, bevor man eines einspielt. Mich hat es etwa zehn Tage Reparaturzeit und nochmal mehrere Stunden für den Aus- und Einbau aller Komponenten meines PCs gekostet.