Mach mir den Beat, mit Beats!

Es gibt unendlich viele verschiedene Arten von Kopfhörern. Von kleinen bis großen Gehäusen, mit und ohne Akku, in vielen verschiedenen Farben und Designs. Ich beschäftige mich jetzt mit einem Paar In-Ear Kopfhörern der Marke Beats.

Die ersten Kopfhörer der Firma Beats Electronics wurden 2008 mit dem Namen Beats by Dr Dre Studio veröffentlicht. Alle Kopfhörer bis ungefähr 2012 wurden von der Firma Monster, einem Auftragsfertiger, hergestellt. Meiner Meinung nach ließ die Verarbeitungs- und Soundqualität aber in dem Preisgebiet immer zu wünschen übrig. Mehrere Hundert Euro für einen Kopfhörer gibt man gerne aus wenn dieser nicht nur gut klingt, sondern sich auch für mehr als 20 Minuten1 komfortabel tragen lassen, ohne Ohrenschmerzen zu bekommen oder ständig ein knarzen im Ohr zu haben.

Mit den Beats X, welche 2016 angekündigt wurden, sollte sich einiges zum guten ändern.

TLDR: Die Qualität ist deutlich besser als früher. Die Akkulaufzeit ist lang und die Ladezeit kurz. Die Tonqualität gut genug für Podcasts, Pop und Hip-Hop. Bei fordernder Musik kapitulieren die Beats und fangen stark an zu knistern, rauschen und knacken. Sie sind gut für sportliche Aktivitäten geeignet.

Ab jetzt aber die lange Version.

150€ wollte ich nicht für In-Ears ausgeben und so wartete ich dann knapp ein Jahr und konnte sie OVP für knappe 80€ erstehen. So sehr vertraue ich anscheinend Beats / Apple noch immer nicht, als das sie vernünftige Kopfhörer auf den Markt werfen.

Wenn man sich kabellose In-Ears mal anschaut folgen sie so gut wie alle einem bestimmten Design. Zwei In-Ear Stecker mit einem Kabel dazwischen in dem der Akku, das Bedienteil und die Ladebuchse verbaut sind. Worauf bei den Beats X bewusst verzichtet wurde, ist eine nervend blinkende, am besten noch blaue, LED die einem den Verbindungsstatus anzeigt.2 Ich meine, warum muss die Blinken? Warum muss die blau sein? Die Beats X LED besitzt genau 4 Zustände. Leicht pulsierend während dem Verbindungsaufbau. Mit einem dunklen weiß wird signalisiert das die Beats eingeschaltet sind. Wechselt die Farbe dann zu einem dunklen pulsierenden rot, ist bald Schluss mit Musik3. Dabei ist die LED nie so aufdringlich oder hell, dass sie mich oder jemand anderen gestört hat. Beim laden zeigt die LED ein rot für „laden“ und weiß für „voll“ an.

Das Kabel welches die beiden Seiten miteinander verbindet ist mit einer dicken Schicht ummantelt, die sich in etwa wie das Fluoroelastomer der Sport Armbänder der Apple Watch anfühlt. Die Kabel sind kein Magnet für Fussel oder irgendwie anfällig für kleine Mengen an Flüssigkeiten oder Schmutz. Sport oder ein Ausflug in die Wildnis sind kein Problem und bleiben auch dann noch angenehm zu tragen. Möchte man die Beats über einer Jacke oder Mantel tragen werdet ihr das Kabel hin und wieder zurecht rücken müssen. Leider ist die Oberfläche ein wenig zu Glatt um ein verrutschen auf Stoff zu verhindern. Sobald das Kabel aber in Kontrakt mit der Haut kommt verrutschen sie nicht mehr.

Das beste Kabel bringt nichts wenn die Hörer immer wieder aus den Ohren fallen. Damit die Hörer gut halten legt BeatsApple verschieden große Ohreinlagen mit bei. Gut so, denn in meinem Fall brauche ich sogar zwei verschiedene Größen. Wenn dann die Hörer noch immer herausfallen, zum Beispiel beim Sport, dem kann ich die kleinen Flügel zum aufstecken sehr empfehlen. Sie haken sich in die Wulst der Ohrmuschel ein und verhindern, kaum bis nicht merkbar, das die Beats herausfallen können.

Aber reden wir doch mal vom Hauptfeature der Beats X, dem wiedergeben von Tönen. Wer hätte es gedacht, das können die auch. Ja, aber mit ein paar abstrichen. Der Klang ist immer etwas Geschmacksache und für mich sind sie gut für Podcasts und leichte Popmusik geeignet, alles andere kann ich mir kaum am iPhone oder PC anhören. Sobald z.B. „Bird Set Free“ von Sia oder besser noch irgendwelche Songs von System of a Down wiedergegeben werden hört man an anspruchsvolleren Stellen sehr starkes knistern, rauschen und knacken. Um Probleme mit Bluetooth ausschließen zu können habe ich mehrmals die Ohrhörer, iPhone und PC neu gestartet und mehrmals neu gepaart. Auf dem Mac wurde immer AAC als Codec verwendet und dort sind die Störgeräusche nicht aufgetreten. Wahrscheinlich liegt es hier an der verwendeten Kompression4.

Charakteristisch für In-Ears ist der immer satter werdende Bass, je tiefer und geschlossener die Hörer in den Ohren stecken5. Trotz dem recht satten Bass schaffen es die X trotzdem für eine gute Trennung der Töne zu sorgen. Wiedergegebene Musik hört sich also nicht matschig an, sondern man kann sich auf einzelne Instrumente oder Stimmen konzentrieren. Einzig die Höhen könnten noch etwas mehr betont werden. Podcasts, vor allem die mit hochwertigen Mikrofonen aufgenommenen klingen natürlich. Günstige Ohrhörer haben das Problem hohl zu klingen oder die Mitten zu sehr zu betonen. Als würde die Person die ganze Zeit durch eine Rolle aus Papier oder Pappe sprechen.

Kommen wir mal zum Thema Laufzeit die nicht voraussehbarer nicht sein könnte. Selten schafft es ein Hersteller die Akkulaufzeit seiner Geräte auch nur Ansatzweise realistisch anzugeben. Selten hat eine Laufzeitangabe so genau gepasst wie bei den Beats X. Durchgängiges hören von Musik / Podcasts schaffen sie ungefähr 8 Stunden lang, je nach Lautstärke und Entfernung vom iPhone. Die Verbindung ist so gut, dass zwei Stahlbetonwände mit Heiz- und Wasserrohren zwischen iPhone und Beats X nicht auch nur einen Aussetzer hervorrufen konnten. Einfach mal ein Thumps Up an Apple!

Abschließend kann man nicht mehr viel über die In-Ears sagen. Jeder der sich überlegt sich welche zu kaufen sei gesagt, dass man Musik mit viel Dynamik meiden sollte. Die magnetischen Hörer sind eine sehr gute Idee um ein wenig Ordnung in die Kabel zu bringen. So verknoten sie nicht so leicht und man kann sie an metallischen Objekten befestigen. Alles in allem bin ich mit den Beats zufrieden.

Quelle Bilder: Apple, Beats

  1. Ein wenig übertrieben, bringt es aber auf den Punkt.
  2. Auf der Busfahrt zur Arbeit sehe ich häufiger mal andere Personen die Kopfhörer mit genau diesen blauen LEDs tragen. Nerviger kann man sowas nun wirklich nicht mehr gestalten.
  3. Eine Stunde kann man dann noch Musik hören.
  4. Auch wenn das iPhone wie der Mac auch AAC als Codec nutzen sollte.
  5. Euren Ohren zuliebe steckt sie aber nicht zu tief rein oder verwendet zu große Einsätze. Nach einer Weile bekommt man sonst starke Ohrenschmerzen.

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