Angeswitched

Darf ich vorstellen? Die Switch. Der Bekanntheitsgrad der Konsole ist wirklich atemberaubend und es dürfte eigentlich niemanden mehr da draußen geben, der diese Konsole nicht kennt. Dennoch habe ich tatsächlich eine Person getroffen, die trotz all der Werbung da draußen nicht mitbekommen hat, dass Nintendo eine neue Konsole auf den Markt geworfen hat. Unglaublich, ich weiß.

Also. Da sind wir nun. Monate nach dem Launch und etwa 1.000.000 Reviews später. Was ich euch nicht erzählen möchte sind irgendwelche technischen Daten, eher meine persönliche Meinung zu der Konsole.

Fangen wir mal von vorn an. Warum habe ich sie mir eigentlich gekauft? Für die Antwort muss ich schon ein wenig mehr ausholen.

Meine kleine Liebe zu Nintendo fing in meiner Kindheit an. Mit gerade mal zarten zehn Jahren, schenkten unsere Eltern mir und meiner Schwester ein Super Nintendo Entertainment System, kurz SNES. Dazu kam Super Mario World, Mario Kart und ein GameBoy Adapter. Klassiker. Später kamen so Spiele wie Secret of Mana, Zelda1 und Street Fighter hinzu. Alles Spiele mit denen ich unzählige Stunden verbrannt hatte. Natürlich war auch später der GameBoy Pflichtprogramm. In sehr langweiligen Situationen wurde dann solange gespielt bis die AAA-Batterien leer waren.

Bis in meine Mittzwanziger sollten das auch die einzigen Konsolen bleiben die ich von Nintendo besaß. Die Playstation Portable und später die PS Vita waren deutlich „cooler“ und boten die hübschere Grafik. Ich konnte mich aber glücklich schätzen, dass Freunde von mir Nintendos Konsolen bei sich zu Hause stehen hatten und so wurde dann StarFox 64, Super Smash Bros oder Super Mario / Kart in X Versionen viel zu oft und zu lang gespielt2. Ich durfte so einige der großen Titel und Konsolen mitbekommen, die mir sehr viele schöne Stunden mit Freunden und noch viel mehr Spaß am Spielen bereitet haben. Auch wenn Playstation oder XBOX daneben standen, gab es kaum ein Spiel was auch nur ansatzweise so viel Spaß beim zusammen spielen bereitet hat wie irgendwelche N64 Spiele. Erinnert sich jemand an die glorreichen Karten in James Bond – Golden Eye? Die M16 nannten wir damals wegen des Mündungsfeuers „Feuerblume“.

Zu guter letzt war dann der (n)3DS an der Reihe. Etliche Stunden wurden für Mario Kart, Zelda, Stella Glow und noch viele andere Spiele geopfert. Durch seine ultimative Portabilität konnte ich ihn überall mit hin nehmen und stundenlang die Zeit vertreiben. Mit Spielen wie Super Mario Kart 7 oder Zelda – TriForce Heroes konnte man auch mit anderen Personen spielen, auch wenn sie das Spiel gar nicht besaßen.

All diese Stunden und teilweise kurzen Bekanntschaften waren für mich die ausschlaggebenden Punkte über die Switch genauer nachzudenken und sie schlussendlich zu kaufen. Auch nach weit über 100 Stunden Spielspaß kann mich die Switch noch immer im Bann halten. Warum? Nun, auch das möchte ich erklären.

Nachdem die Switch bei mir ankam, natürlich mit Zelda – Breath of the Wild, war ich sehr erstaunt wie einfach sie zu bedienen war3. Irgendwelche unübersichtlichen Menüs oder Steuerungsmethoden gibt es nicht. Das wichtigste, die Spiele, sind mittig auf dem Bildschirm platziert und mit großen und detailreichen Icons versehen. Je häufiger ein Spiel gespielt wird, desto weiter vorne ist es in der Liste positioniert. Die Möglichkeit der Entwickler mit den News-Kanälen direkt auf die Spieler zugehen zu können, sei es nun mit Videos, Texten, Bildern oder kleinen InGame Giveaways ist großartig. Nebenbei auch noch deutlich angenehmer und schneller zu bedienen als noch der Vorgänger MiiVerse4 auf dem 3DS. Dort waren die Ladezeiten so suboptimal, das ich diese Funktion nur benutzt habe um Nintendos Platin Taler zu sammeln.

Um unterwegs ein wenig abschalten zu können nehme ich gerne eine Konsole mit. Das war vor der Switch der 3DS, ein Handheld durch und durch. Seiner Größe bedingt passt er in sehr viele Hosentaschen und so gut wie in alle Handtaschen und Rucksäcke. Die Akkulaufzeit ist trotz der beiden Bildschirme durchweg lang und damit auch sehr gut für etwas längere Ausflüge geeignet. Für zu Hause ist der 3DS eher weniger gut geeignet. Es gibt keine legale Möglichkeit die Bildschirme z.B. auf den Fernseher zu Hause zu streamen5 oder mehrere Spieler an einem Gerät spielen zu lassen. Abgesehen vom viel zu kleinen Bildschirm, von dem aber zwei existieren, wäre die Konsole für zwei auch viel zu klein um irgendwie Spaß zu machen.

Und genau da kommt dann die Switch ins Spiel. Sie ist größer und besitzt ab Werk zwei abnehmbare Controller die auch separat genutzt werden können. Die Idee ist genial, denn man benötigt keine zwei separaten Controller um zu zweit spielen zu können, wovon dann einer wahrscheinlich oft ungenutzt in der Ecke liegen würde.

Die Anordnung der Knöpfe auf den Joy-Cons6 ist zwar in erster Linie für die Nutzung direkt an der Switch konzipiert worden, für kurze Rennen in Mario Kart oder schnipp-schnapp Rätselspaß in SnipperClips reicht das vollkommen aus. Möchte ich die Konsole nicht in der Hand halten, kann ich die beiden Joy-Cons in die mitgelieferte Halterung einführen und die Switch einfach auf den Tisch stellen.

Auf den Tisch stellen ist ein gutes Stichwort einmal kurz auf die Klappe auf der Rückseite der Switch einzugehen. Etliche YouTube Videos und Reviews bemängelten, dass sich die Klappe abnehmen ließe und eigentlich keinen Sinn ergeben würde. Meine Meinung dazu ist echt eindeutig. RTFM! Um es weniger kurz zu fassen: In der Bedienungsanleitung im Neuigkeitenkanal der Switch steht geschrieben, dass sich diese Klappe mit Absicht so „leicht“ umklappen lässt, damit man beim Einführen der Switch in das Dock eben diese Klappe nicht irreparabel beschädigen kann.

Die einzige Voraussetzung für einen sicheren Stand ist eine glatte und harte Oberfläche. Ein Bein oder eine Sessellehne wird da leider nicht ganz ausreichen.

Was wäre eigentlich eine Nintendo Konsole ohne Multiplayer?! Es gibt sicher einige da draußen, die lieber allein auf ihrer Switch spielen möchten und niemals ein Spiel im Multiplayer spielen werden, aber ich glaube da verpassen diese Leute etwas. Eine der größten Stärken der Switch liegt im Multiplayer, lokal wie auch über das Internet. Besonders merkt man das mit Minecraft und Super Mario Kart. Eine schnelle Runde über die Regenbogenstrecke düsen mit der Freundin? Spiel starten, Mehrspieler auswählen, kurz um den Spielmodus diskutieren und die Fahrzeugklasse wählen. Die Joy-Cons von der Switch abziehen. Beide wählen ihren Charakter, anschließend das Fahrzeug und die Strecke aus und los geht es.7 Klingt nach viel, aber nach 1-2 mal benutzen muss man nicht mal mehr darüber nachdenken.



Ein weiteres großes Plus sind die portierten Spiele, wie z.B. The Elder Scrolls und Super Meat Boy. Sie wurden zum Teil schon lange mit einem Port angekündigt und, wenn ich das einfach mal so in den Raum werfen darf, ich empfinde die große Akzeptanz der Switch bei den Studios als eines DER Argumente für die Switch.

Last but not least sind da noch die vielen neuen Features die für die Switch erscheinen dürften. Eines der prominentesten Features, um mal ein Beispiel zu nennen, dürften Netflix und Co sein. Durch all diese Punkte habe ich mich dazu entschieden die Switch zu kaufen und ich habe es bis heute nicht bereut.

  1. Trivia: Ich kam bei Zelda auf dem GameBoy nie über den ersten Wald hinaus. Ob ich schlicht zu blöd war, oder in einen Bug gerannt bin weiß ich nicht mehr.
  2. Wie oft ist man in Super Smash Bros von irgendwelchen Karten herunter gefallen weil man auf der alten Röhre häufig den Überblick verloren hat?! Sehr häufig. 😀
  3. Und über die krasse Grafik. Ich mein, bitte, wer war nicht auch nur ein wenig verblüfft?
  4. Ob MiiVerse nun wirklich der Vorgänger zum neuen Newsfeed auf der Switch ist können einem im Endeffekt nur die Entwickler bei Nintendo sagen.
  5. Mal davon ab, dass der 3DS in seiner ersten Generation nicht mal ansatzweise genug Leistung dazu bereitstellen könnte. Der New3DS hingegen hätte genug Leistung.
  6. Der Name muss einfach gefeiert werden. Kein anderer Hersteller nennt seine Controller „Spaß Controller“.
  7. Die Controller werden nach dem abziehen automatisch den Spielern zugewiesen.

Schreibe einen Kommentar